Glyphosate Facts

Transparency on safety aspects and use of glyphosate-containing herbicides in Europe

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Thema Glyphosat in ZDFzoom

©iStockphoto.com/Dmitry Merkushin

 

Einseitigkeit, Spekulation und Emotionalisierung prägen den Bericht.

Nicht gefragt: Ausgewogenheit, Fakten und ergebnisoffene Recherche. Dabei haben das Pflanzenschutzmittel Glyphosat und das komplexe Thema eine gründliche und differenzierte Auseinandersetzung verdient.

Hier finden Sie die Fragen der ZDFzoom-Redaktion an die AG Glyphosat und die Antworten darauf.

 

 

Anfrage ZDFzoom an Arbeitsgemeinschaft Glyphosat:

Schriftliche Stellungnahme zum Fragenkatalog Glyphosat

(Dokument als pdf-Datei herunterladen)

1.  Ist Glyphosat Ihrer Einschätzung nach ein für den Menschen ungefährlicher Wirkstoff?

Glyphosat ist einer der weltweit meist genutzten Pflanzenschutzwirkstoffe; seit fast 40 Jahren dient er der wirksamen und nachhaltigen Bekämpfung von Unkräutern. Auf Basis zahlreicher unabhängiger Studien haben die Prüfungen internationaler Zulassungsbehörden immer wieder ergeben, dass die sachgemäße Anwendung von Glyphosat kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt.

2. Wie bewerten Sie die Ergebnisse der Studien von Professor Carrasco und von Professor Seralini?

Zulassungsbehörden wie die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie die zuständigen Behörden in sechs EU-Mitgliedstaaten, darunter das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung,  haben die Arbeiten von Prof. Carrasco und Prof. Seralini geprüft. Dies ist ein übliches Verfahren, denn auch bei einer gültigen Wirkstoffzulassung prüfen die Behörden ständig neue wissenschaftliche Erkenntnisse. In den Arbeiten von Prof. Carrasco sah das BfR keine wesentlich neue Erkenntnis im Rahmen der international üblichen Risikobewertung. Was die jüngste Arbeit von Prof. Seralini angeht, auf die Sie vermutlich mit Ihrer Frage abzielen, ist zu sagen, dass wohl niemals zuvor eine wissenschaftliche Arbeit einerseits mit einer derart breit angelegten Kommunikations-Kampagne in die Medien gebracht wurde, andererseits nie zuvor eine Studie so schnell, umfassend und einstimmig von der wissenschaftlichen Gemeinde als wertlos verworfen wurde.
Zusammenfassend vertritt die überwiegende Mehrheit der Fachwissenschaftler die Meinung, dass

  • diese Studie nicht den minimalen annehmbaren Standards der wissenschaftlichen Forschung entspricht,
  • die verkündeten Ergebnisse nicht von den präsentierten Daten gestützt werden und
  • die Schlussfolgerungen ohne Relevanz für die Risikobewertung sind.

3. Gelangt Glyphosat nach Ihren Erkenntnissen in die Nahrungskette des Menschen?

Unter bestimmten Umständen ist dies möglich. Dies ist jedoch nicht kritisch, da das EU-Recht grundsätzlich für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe Rückstandshöchstgehalte für alle Lebens- und Futtermittel vorsieht. Diese werden von europäischen Bewertungsbehörden auf Basis umfangreicher Studienpakete und Risikoprüfungen als unbedenklich für den Verbraucher  festgelegt. Ergebnisse aus Untersuchungen der Überwachung zeigen, dass Nahrungsmittel zu einem überwiegenden Anteil gar keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aufweisen.
Obwohl Glyphosat in einer Vielzahl von Kulturen verwendet werden kann, ist nur für eine begrenzte Anzahl von Anwendungen davon auszugehen, dass überhaupt Rückstände in den essbaren Teilen der Pflanzen messbar sind. Diese wurden nach den für alle Pflanzenschutzmittel relevanten Bewertungskriterien von den Zulassungsbehörden als bedenkenlos für den Verbraucher bewertet.

4. Falls nein: Wie beurteilen Sie die Ergebnisse von Öko-Test, bei deren Untersuchung Glyphosat in zahlreichen deutschen Backwaren nachgewiesen wurden? (vgl. Öko-Test 09/2012)

Die von der Zeitschrift festgestellten Werte zeigen vor allem, dass sich der Verbraucher keine Sorgen über die Qualität seiner Backwaren machen muss, was Rückstände von Pflanzenschutzmitteln anbelangt. In allen Fällen lagen die Rückstandfunde von Ökotest unter, in den überwiegenden Fälle sogar sehr deutlich unter den von den Behörden festgelegten Rückstandshöchstmengen. Die Backwaren sind gesundheitlich unbedenklich und sicher. Wir können nicht beurteilen, ob die Redaktion von Ökotest aus Unkenntnis über Rückstandhöchstgehalte und deren wissenschaftliche Festlegung oder aus anderen Gründen ihren Lesern ein verzerrtes Bild vermittelt hat.  

5. Halten Sie den in der EU gültigen ADI für Glyphosat von 0,3 mg/kg Körpergewicht in Hinblick auf eine mögliche dauerhafte Glyphosat-Exposition des Menschen durch Nahrungsmittel weiterhin für sicher?

Ja, der nach dem Vorsorgeprinzip festgesetzte ADI-Wert der EU liegt mit 0.3mg/kg weit unterhalb des internationalen Standards von Codex Alimentarius, der für Glyphosat einen Wert von 1 mg / kg definiert.

6. Haben Sie wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, ob die Toxizität des Wirkstoffes Glyphosat in Roundup Formulierungen, die andere chemische Zusatzstoffe enthalten, erhöht wird?

Die Toxizität von Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln wird mit anderen chemischen Zusätzen nicht erhöht.
Glyphosat-haltige Herbizide werden i.d.R. mit Wasser verdünnt und dann auf die Unkräuter gesprüht. Da Glyphosat sich aber nicht gut in Wasser lösen lässt, enthalten glyphosat-haltige Herbizide die Salzform des Wirkstoffes. Die Pflanzenschutzmittel beinhalten außerdem noch weitere chemische Substanzen wie Tenside, um das Eindringen von Glyphosat in die Pflanze zu erleichtern. Tenside, die zum Teil auch in Waschmitteln, Geschirrspülmitteln und Haarshampoos verwendet werden, weichen dabei die wachsartige Oberfläche der Pflanze auf und machen sie dadurch durchlässiger für den Wirkstoff. Darüber hinaus machen sie die Herbizidlösung klebriger, so dass sie kurz nach dem Aufsprühen nicht von einem Regenschauer von der Pflanze gespült werden kann. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite Glyphosat.de.

7. Werden die von Ihnen vertretenen Unternehmen in Deutschland weiterhin Roundup Formulierungen vertreiben, denen Netzmittel zugesetzt sind wie z.B. POE-Tallowamine?

Oberflächenaktive Substanzen oder auch Tenside kommen in vielen alltäglichen Produkten wie Shampoos, Zahnpasta und Waschmitteln vor. In vielen Pflanzenschutzmitteln, darunter auch viele auf Glyphosat-Basis, werden sie als Formulierungshilfsstoffe zugesetzt, um die Wirksamkeit des Herbizids zu erhöhen. Zu diesen Tensiden gehört beispielsweise die Gruppe der polyethoxilierten Tallowamine.
In den letzten Jahren wurden Vorwürfe laut, dass polyethoxilierte Tallowamine in Herbizidprodukten Fische und Frösche schädigen würden. Obwohl es dazu noch keine fundierten, wissenschaftlichen Belege gibt, wird das Thema in einigen EU-Staaten intensiv diskutiert. Infolgedessen hat Deutschland entschieden, die Zulassung von Pflanzenschutzprodukte mit polyethoxilierten Tallowaminen auslaufen zu lassen. Dieser Empfehlung kommen die Mitglieder der AG Glyphosat in Deutschland nach.

8. Gibt es aus Ihrer Sicht einen Zusammenhang zwischen dem massiven Einsatz von Roundup in bestimmten Regionen Argentiniens und dem erhöhten Auftreten von Krebserkrankungen und Geburtsfehlern dort?

Toxikologische Langzeitstudien in Ratten und Mäusen, sowie zahlreiche epidemiologische Studien haben keinerlei Hinweise geliefert, dass durch  sachgemäße Glyphosatanwendung in der Landwirtschaft ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Mehr Information dazu finden Sie auf der Webseite Glyphosat.de.

9. Ist eine Landwirtschaft, deren Produktivität durch den Einsatz von Gen-Pflanzen in Kombination mit Roundup nach dem Vorbild industrieller Produktionsprozesse optimiert wird, aus Sicht der AG Glyphosat eine wünschenswerte Zukunft für unseren Planeten?

Die AG Glyphosat wurde gegründet, um Informationen und nachprüfbare Fakten zur Anwendung und Sicherheit von glyphosathaltigen Herbiziden bereitzustellen.

Eine moderne Landwirtschaft, die sich neuester Technologien bedient, bietet die besten Voraussetzungen, sichere und hochwertige Lebens- und Futtermitteln bereitzustellen. Durch innovative Verfahren sowie Pflanzenschutz- und Düngemittel ist es möglich, den globalen Herausforderungen einer wachsenden Weltbevölkerung zu begegnen.

 

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18. April 2013
Arbeitsgemeinschaft Glyphosat
www.glyphosat.de

 

Last update: 14 May 2013