Glyphosate Facts

Transparency on safety aspects and use of glyphosate-containing herbicides in Europe

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Glyphosat und die menschliche Gesundheit: Stellungnahme zu einem vermeintlichen Zusammenhang

In einigen kürzlich erschienenen Artikeln (zwei von Samsel und Seneff 20131und einem von Nancy Swanson et al 20142) wird versucht einen kausalen Zusammenhang zwischen Glyphosat und einer Reihe von Erkrankungen bei Menschen herzustellen. © iStockphoto.com/Aseev Diesen Veröffentlichungen gemein ist die Behauptung, dass Glyphosat die Ursache (beziehungsweise zumindest ein Bindeglied in der Kausalkette) für Krankheiten wie Autismus, Alzheimer, Fettleibigkeit, Magersucht, Lebererkrankungen, Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen und sogar Krebs sein könnte.

Auffällig ist jedoch das Fehlen neuer Daten und die geringe wissenschaftliche Qualität der Studien. Anstatt fundierter toxikologischer Forschungsarbeit werden hier spekulative Hypothesen in Bezug auf verschiedene Sachverhalte aufgestellt. Die neueste Publikation (Swanson et al 2014) verknüpft eine Reihe von Beobachtungen miteinander, um daraus einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Glyphosat und bestimmten gesundheitlichen Problemen abzuleiten. Viele dieser einzelnen Beobachtungen sind jedoch entweder falsch oder unzureichend bewiesen. So liegen keine toxikologischen Untersuchungen oder Beobachtungen vor, die einen Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Glyphosat und der Entstehung der genannten Erkrankungen beim Menschen belegen können. 

Kurzum, die Autoren haben eine Reihe von ausführlichen Hypothesen über die Kausalzusammenhänge aufgestellt, ohne dies entsprechend beweisen zu können. Stellt sich auch nur eine einzige Annahme oder Verknüpfung bei den einzelnen Hypothesen als falsch heraus, ist die Gesamthypothese hinfällig. Obwohl biologische Systeme hochkomplex sind, versäumen es die Autoren mögliche alternative Ursachen genannter Erkrankungen zu überprüfen.

Bisherige Risikobewertungen haben gezeigt, dass Glyphosat eine äußerst geringe Giftigkeit für Säugetiere hat. Einer der Gründe hierfür ist, dass Glyphosat in einen nur bei Pflanzen, nicht aber bei Tieren, vorkommenden Stoffwechselweg eingreift. Umfangreiche toxikologische Studien bei Tieren haben gezeigt, dass Glyphosat weder eine krebserregende, mutagene oder fruchtbarkeitsmindernde Wirkung hat, noch das Nervensystem schädigt oder Missbildungen bei Neugeborenen verursacht3.

Nach gründlicher Überprüfung aller verfügbaren toxikologischen Daten ist die Umweltschutzbehörde der Vereinigten Staaten (EPA) zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat der positivsten möglichen Kategorie E (keine krebserregende Wirkung beim Menschen) zugeordnet werden sollte4. Darüber hinaus haben die von internationalen Zulassungsbehörden in den letzten 40 Jahren in Auftrag gegebenen umfassenden Sicherheitsprüfungen bisher ergeben, dass Glyphosat kein unzumutbares Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt.

 
Entropy 2013, 15(4), 1416-1463; Interdiscip Toxicol. 2013; Vol. 6(4): 159–184.
Journal of Organic Systems, 9(2), 2014.
U.S. EPA, 1993; Williams et al., 2000; Williams et al., 2012; Kier and Kirkland, 2013; European Commission, 2002; JMPR, 2004.
4 U.S. EPA, 1993.

Last update: 25 February 2015