Glyphosate Facts

Transparency on safety aspects and use of glyphosate-containing herbicides in Europe

Menu
Search

BfR-Analyse von Studien zu Glyphosat im Urin bestätigt gesundheitliche Unbedenklichkeit

Eine vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR) in Auftrag gegebene neue Analyse bestätigt, dass in menschlichen Urinproben nachgewiesene Rückstände von Glyphosat kein gesundheitliches Risiko darstellen. © Eisenhans - Fotolia.com

Nach eingehender Bewertung von sieben Studienkommt das BfR zu dem Schluss, dass die in den Studien geschätzte Exposition deutlich unter der „Acceptable Daily Intake“ (ADI)2 oder der „Acceptable Operator Exposure Level“ (AOEL)3 für Glyphosat liegt. Die ADI- und AOEL-Grenzwerte stehen für die maximalen Mengen eines Wirkstoffs, denen ein Mensch durch Kontakt oder Aufnahme ausgesetzt werden kann, ohne dass es zu gesundheitlichen Bedenken kommt. Diese enthalten zudem einen großen Sicherheitsfaktor.

Zwei der sieben Studien (Acquavella et al. 2004 und Mesnage et al. 2012) fokussierten auf die Zielgruppe Landwirte, also Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeit, mehr als andere Verbraucher Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt sind. Selbst  bei dieser besonders exponierten Zielgruppe lag die maximale Expositionsrate bei lediglich 8,3 Prozent (Acquavella et al. 2004) bzw. 0,4 Prozent  des AOEL (Mesnage et al. 2012).

In der von Krüger et al. in 2014 veröffentlichten Studie, in der einige hundert menschliche Urinproben untersucht worden waren, lag gemäß den im Rahmen der BfR-Analyse vorgenommenen Berechnungen die Höchstmenge an Glyphosatrückständen, die in Urinproben nachgewiesen werden konnten, unter 0,2 Prozent vom ADI.

Das BfR untersuchte ebenfalls eine von Friends of the Earth veröffentlichte, breit diskutierte Publikation. Darin wurden 182 Urinproben aus 18 europäischen Ländern (6-12 Teilnehmer pro Land) untersucht. Das BfR bemängelte an der Studie, dass die Anzahl der Proben zu gering sei und maßgebliche Informationen über die Studienteilnehmer (z.B. Alter, Geschlecht, Körpergewicht, sozialer Hintergrund, städtische oder landwirtschaftliche Herkunft und Ernährungsgewohnheiten) fehlten. Die "Auswahlkriterien" für die Probanden waren ein weiterer Kritikpunkt des BfR, sodass die Studie nicht als repräsentativ angesehen wurde. Entscheidend war jedoch, dass die in den Urinproben nachgewiesene höchste Glyphosatkonzentration einer Aufnahme von Glyphosat entsprach, die noch unter 0,1 Prozent vom ADI-Grenzwert liegt.

In seiner Schlussfolgerung betont das BfR, dass Glyphosatrückstände im menschlichen Urin nicht ungewöhnlich sind und das Ergebnis einer Exposition am Arbeitsplatz oder zu Hause, der Aufnahme über Lebensmittel oder einer Kombination aus beidem sein können. Auch hier war jedoch die wichtigste Kernaussage des Reviews, dass alle gemessenen Werte kein gesundheitliches Risiko darstellen. Die berechnete Verbraucherexposition lag mindestens eine, meistens aber zwei oder mehr Größenordnungen unter den ADI- und AOEL-Werten.

Niemann L, et al (2015), A critical review of glyphosate findings in human urine samples and comparison with the exposure of operators and consumers. in Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, (January 8, 2015), DOI: 10.1007/s00003-014-0927-3.

1 Acquavella et al. (2004); Curwin et al. (2007); Mesnage et al. (2012); Hoppe (2013); Markard (2014; unveröffentlichter Bericht); Krüger et al. (2014); Honeycutt and Rowlands (2014)

2 „Erlaubte Tagesdosis“:  0,5 mg pro kg Körpergewicht

3 „Annehmbare Anwenderexposition“: 0,1 mg pro kg Körpergewicht und Tag

 
Weiterführende Informationen:

Last update: 25 September 2015