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Neue Studie belegt den Vorteil von Herbiziden wie Glyphosat bei der konservierenden Bodenbearbeitung

Ein kürzlich erschienener Artikel der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigt die Vorteile einer  konservierenden Bodenbearbeitung durch den gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere von Glyphosat, für eine nachhaltige Landwirtschaft. Pflugloser Maisanbau (© Monsanto)

Neben den positiven Aspekten der Bodenbearbeitung kann insbesondere das Pflügen förderlich für Bodenerosion durch Wind und Wasser sein. Der Verlust von fruchtbarem Boden ist ein zunehmendes Problem, dem die Landwirte u.a. mit pflanzenbaulichen Maßnahmen wie dem Anbau von Zwischenfrüchten vor den Sommerkulturen begegnen. Diese sogenannte konservierende Bodenbearbeitung sorgt für eine ganzjährige Bedeckung der Bodenoberfläche mit organischem Material. Dadurch führt sie zu einer erhöhten Anzahl an Bodenlebewesen, insbesondere Regenwürmern, mit deren positiven Effekten für die Krümelstabilität und Kapillarbildung. Zudem reduziert die konservierende Bodenbearbeitung die Angriffsflächen für Wind und Wasser und erhöht die Wasseraufnahme und -speicherfähigkeit des Bodens.

Laut der Studie „The Importance of Conservation Tillage as a Contribution to Sustainable Agriculture: A special Case of Soil Erosion" werden zwei Millionen Hektar (ha) oder 17,3 Prozent der Ackerbaufläche in Deutschland als Flächen mit einer sehr hohen Erosionsgefährdung eingestuft. Auf diesen Flächen besteht die Gefahr des Bodenabtrags von bis zu 15 t pro Hektar jährlich, was einer Verminderung der Bodenauflage von ca. 12 mm pro Jahr entspricht. Die konservierende Bodenbearbeitung ist eine ausgezeichnete Methode dem entgegen zu wirken.

Weitere Vorteile der konservierenden Bodenbearbeitung ergeben sich durch einen direkten und indirekten positiven Einfluss auf den Ausstoß von CO2. Die Studie kam zu der Erkenntnis, dass die Emissionen jährlich um bis zu 1,85 t pro Hektor verringert werden, was in etwa dem Jahresausstoß eines normalen PKWs entspricht. Die Emissionen von N2O, einem weiteren bedeutsamen Treibhausgas, könnten ebenfalls um bis zu 10 Prozent reduziert werden.  Zudem fanden die Wissenschaftler in ihrer Analyse von zwei Ackerbaugebieten in Deutschland heraus, dass die konservierende Bodenbearbeitung zu deutlichen Einspareffekten beim Dieselverbrauch führt, und zwar um bis zu 8 l/ha bzw. 9-12 Prozent in Nord-Ostdeutschland und bis zu 30 l/ha bzw. 26-33 Prozent in der Mittelgebirgsregion.

Dadurch lassen sich die Betriebskosten der Landwirte senken, was neben dem ökologischen einen zusätzlichen ökonomischen Vorteil darstellt. In ihrer Studie untersuchten die Autoren zwei Regionen mit typischem Fruchtwechsel und erhöhter Produktionsintensität in Nord-Ostdeutschland sowie verminderter Intensität in der Mittelgebirgslage. Die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass die konservierende Bodenbearbeitung in beiden Gebieten, insbesondere jedoch im Mittelgebirge, aufgrund der niedrigeren Betriebskosten zu höheren Gewinnspannen führt.

Der Wechsel von der bodenwendenden zur pfluglosen Bodenbearbeitung erfordert jedoch andere Methoden der Unkrautbekämpfung. Die Studie empfiehlt hierfür den Einsatz von Pflanzenschutzmittel und kommt zu der Schlussfolgerung, dass ohne den Einsatz von Herbiziden und insbesondere von Glyphosat keine konservierende Bodenbearbeitung möglich ist.

P.M. Schmitz, P. Mal, J.W. Hesse (2014), “The Importance of Conservation Tillage as a Contribution to Sustainable Agriculture: A Special Case of Soil Erosion". Ed. Institute for Agribusiness, Agribusiness-Research no. 32, Giessen.

Weiterführende Informationen:

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO): Conservation Agriculture

Der Einsatz von Glyphosat unterstützt bodenerhaltende Maßnahmen und eine klimaschonende Bodenbewirtschaftung

Bodenerosion in Europa

Biodiversität und moderne Landwirtschaft

 

Last update: 25 February 2015